Schleusenverdopplung

Bau der 2. Moselschleusen zwischen Koblenz und Trier

Die Kapazitätsgrenze der Mosel ist seit Jahren überschritten. Es werden immer mehr Güter auf der Mosel befördert und diese auf immer größeren Schiffen. Mit dem Bau der 2. Moselschleusen wird dem steigenden Güterverkehrsaufkommen sowie dem Wandel der Flottenstruktur Rechnung getragen. Ebenso wichtig ist der Bau der 2. Moselschleusen für die langfriste Sicherstellung der Betriebssicherheit: Die vorhandenen Schleusenkammern sind über 50 Jahre alt und befinden sich seither im Dauerbetrieb. Der Ausfall einer Schleusenkammer führt zum Stillstand des durchgehenden Verkehrs auf der gesamten Wasserstraße.

 

Die Mosel gilt als bedeutendste Binnenschifffahrtsstraße Deutschlands nach dem Rhein. Sie ist seit Jahren weit über ihre Grenzen ausgelastet. Die in den 60er Jahren prognostizierten 10 Mio. Gütertonnen wurden bereits mit der Eröffnung der Großschifffahrt auf der Saar 1987 überschritten. Als kapazitätssteigernde Maßnahme für stetig größere und schwerer beladene Schiffe wurde in den Jahren 1992–1999 zwischen Koblenz und Richemont die Fahrrinnenvertiefung von 2,70 auf 3,00 Meter vorgenommen. Die Grenzen dieser Maßnahme sind seit langem erschöpft. Das derzeitige Gütertransportaufkommen von rund 14 Mio. Tonnen wird laut Prognose weiter steigen. Seit März 2014 verkehrt eine Containerlinie zwischen den französischen Moselhäfen und den Rheinmündungshäfen. Seitdem ist zusätzlich ein deutlicher Anstieg des Containerverkehrs zu verzeichnen. Auch die Fahrgast- und Fahrgastkabinenschifffahrt ist auf der Mosel stark ausgeprägt. An der Schleuse Zeltingen werden jährlich über 5.000 Fahrgastschiffe geschleust.

 

In der Binnenschifffahrt vollzieht sich zudem ein Strukturwandel hin zu größeren Schiffen. Es verkehren zunehmend Großmotorgüterschiffe mit bis zu 135 m Länge und 11,40 m Breite. Die Schleusenkammerbelegung wird dadurch ungünstiger, da nur noch ein Schiff in der Kammer geschleust werden kann. Diese Entwicklung wird in den Abmessungen der zweiten Schleusenkammern berücksichtigt, die eine nutzbare Länge von 210 m und Breite von 12,50 m aufweisen.

 

Die vorhandenen Schleusenkammern sind über 50 Jahre alt und befinden sich seither im Dauerbetrieb. Der Verschleiß und der Wartungsbedarf steigen stetig und erfordern immer umfangreichere und längere Instandsetzungsarbeiten. Derzeit führen die Wasser- und Schifffahrtsämter Trier und Koblenz diese innerhalb einer jährlichen, acht Tage andauernden Schleusensperre auf der gesamten deutschen Mosel durch. In dieser Zeit steht die Schifffahrt still. Unplanmäßig durchzuführende Instandsetzungsmaßnahmen, die der Sperrung einer Schleuse bedürfen, führen zwangsläufig zum Totalausfall des durchgehenden Verkehrs auf der kompletten Wasserstraße Mosel. Mit einer zweiten Schleusenkammer können diese Arbeiten künftig jederzeit, bei laufendem Verkehr mit weniger Personal und geringeren Kosten durchgeführt werden. An zwei von insgesamt zehn deutschen Moselschleusen ist die zweite Schleusenkammer bereits in Betrieb – in Fankel und Zeltingen. Die zweite Schleusenkammer Trier befindet sich im Bau und wird voraussichtlich 2018 fertiggestellt. Nach und nach wird an jeder der zehn Staustufen eine zweite Schleusenkammer gebaut. Nach Abschluss der Maßnahme kann auf die jährliche Schleusensperre verzichtet werden.

 

Der Bau der 2. Schleusen an der Mosel zwischen Koblenz und Trier wird eine nachhaltige Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit zur Folge haben. Die Attraktivität der Wasserstraße als ökologischer und wirtschaftlicher Transportweg wird, wie auch der gesamte Wirtschaftsraum im Dreiländereck, weiter gestärkt.

 

Wartende Schiffe an der Schleuse Trier
2. Schleusenkammer in Zeltingen
2. Schleusenkammer in Zeltingen

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Quelle: WSA Trier

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